Steh zu dir und sag Nein

Es gibt viele Leute, denen es schwer fällt Nein zu sagen, mich eingeschlossen. Wenn ich tiefer in einem Gespräch bin, bemerke ich schnell, dass die Leute Angst davor haben, ihr Gegenüber zu kränken oder jemandem einen Gefallen abzuschlagen.

Das sind ganz einfache Situationen, die immer wiederkehren. Ein Freund oder ein Kollege bittet dich um einen Gefallen. Dein Bewusstsein sagt dir: Nein, jetzt nicht. Du spürst, dass du gerade keine Zeit hast oder auch nicht willst. Dein Unterbewusstsein aber, spricht für dich: „Ja, na klar.“, es ist dafür zuständig, dass die Situationen so ablaufen, wie es immer für dich war. Und schon bist du drin, im Muster es allen und allem recht machen zu wollen. Kommt dir das auch bekannt vor?

Was ist geschehen? Dein Unterbewusstsein ist der jenige Teil in dir, der dir zeigt, wie du es immer gemacht hast. Ja-sagen. Denn du willst niemanden verletzen. Du willst in guter Erinnerung bleiben und man soll von dir wissen, dass du hilfsbereit bist und das machst, was von dir verlangt wird. Das ist toll, auf dich ist Verlass. Aber wenn du immer Ja sagst, wenn Hilfe benötigt wird, dann ist es dir zunächst wichtiger was andere von dir denken, als dass du für dich einstehst.

Ist es dir nicht wichtig, Zeit für dich zu haben?

Spürst du nicht auch manchmal einen inneren Druck, wenn es stressig ist?

Manche fühlen sich ausgenutzt, haben aber Angst Nein zu sagen. Andere fühlen sich endlich gebraucht und wollen nicht Nein sagen.

Was brauchst du um Nein sagen zu können?

Wenn es dir schwer fällt etwas zu verneinen, kannst du deine Antwort aufschieben und deinem Gegenüber mitteilen, dass du später antworten wirst.

So könntest du zum Beispiel antworten:

“Ich kann dir jetzt kein Ja geben, weil ich mich nicht gut dabei fühle.“

“Ich gebe dir morgen eine Antwort.“

Du verprellst den anderen nicht und kannst noch ein wenig darüber nachdenken, ob du jemanden helfen willst oder ob es jetzt besser wäre einmal Nein zu sagen.

“Nein.“ Denn „Nein.“, ist ein ganzer Satz und bedarf keiner Erläuterung.

 

Wenn du Nein sagst, ist es ein Ja für dich. Du stehst zu dir.

Ein Ja für dich bedeutet:

  1. mehr Selbstvertrauen, weil du an dich denkst
  2. mehr Energie, weil du nicht die Aufgaben anderer übernimmst oder Erwartungen der anderen erfüllst
  3. mehr Zeit für Dinge, die dir wichtig sind
  4. es ist nicht automatisch ein Nein für andere
  5. du bist selbstwirksam und triffst eine für dich richtige Entscheidung
  6. du enttäuschst andere nicht, weil du z.B. nur halbherzig für jemanden da sein könntest

Stress bringt dich nicht auf den Weg zu dir

Beim Ja-Sagen, wenn du eigentlich Nein meinst, entsteht innerer Druck und Stress. Du denkst, das jetzt auch noch und bist überfordert, ärgerst dich vermutlich über dich selbst, wirst unruhig und kommst ins strudeln, ob du überhaupt alles schaffst. Bleib ruhig und bei dir. Zu erkennen, dass man beim nächsten mal Nein sagen sollte, ist bereits der erste Schritt zu einer Veränderung. Mit jedem Nein wird es dir leichter fallen zu dir zu stehen. Du schaffst es.

 

 

Du willst es auch jedem Recht machen? Das kenne ich. Aber warum? Du sollst es dir recht machen, für wen bist du denn da? Für dich selbst. Mich regt es auf, wenn ich nicht für mich einstehe und wieder mal etwas zugesagt habe, obwohl ich das gar nicht will. Das geschieht bei mir unbewusst und wenn ich es merke, dann revidiere ich mein zuvor gegebenes Ja. Ich fürchte mich aber davor, zu sagen, dass ich es doch nicht will. Andererseits ist es mutig, von Ja wieder zu Nein zurückzukehren und dem anderen klar zu machen, dass meine Entscheidung unüberlegt war und meistens trifft man auf Verständnis.

Ich stehe für mich ein, weil ich mich nicht verzetteln will, mit Erwartungen die ich erfüllen soll. Erwartungen an mich, die andere von mir haben, die aber nicht meine Erwartungen sind. Ich merke wie ich unter Strom stehe, wenn ich anderer Erwartungen an mich erfüllen will, aber mich dabei ganz außer Acht lasse. Dabei hilft es mir darauf zu hören, was mein Körper mir sagt und wozu er Lust hast z.B Musik hören, entspannen, meinem Sohn beim Spielen beobachten, kuscheln oder Kaffe trinken. Dann fühle ich mich entspannter und sicherer.

Stelle dich der Aufgabe

Ich würde mir wünschen, wenn du den Artikel als eine kleine Herausforderung nutzt und beim nächsten nettgemeinten Ja, Nein sagst oder dir für deine Antwort erst einmal Zeit lässt. Ich bin gespannt wie deine Erfahrungen sind.

Steh zu dir!

deine Sandra

 

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